Der Besuchte Internetfink (2019)

(oder: Böse sein mit Buntstiften)

[der Vogel sitzt oben auf dem Griff]

Heute: Der Besuchte Internetfink. Klickilla vadunto.

Besuchte Internetfinken sind winzig.
Und lila.
Und sie sind äußerst aggressiv.

Wo andere Kleinst-Gefiederte mit dem gefühlten Platzbedarf einer Boeing 747 nur charmant vor sich hin tschilpen, oder, weniger charmant, Kackattacken einsetzen, um ihr Revier zu Lande und in der Luft zu verteidigen, da meuchelt der Besuchte Internetfink jeden anderen Vogel in der Sekunde, in der ein gewissenhafter Ornithologe in seiner Mobile-Überhin-App Artsichtungen an den Twitcher-Server verpetzt.

Es ist vollkommen egal, ob das Opfer ein 2 Gramm schwerer Hummelkolibri, ein 150 kg wiegender Afrikanischer Strauß oder der Vogel Roch persönlich ist: der Besuchte Internetfink wartet nur auf diesen einen Klick, um sogleich ein Massaker zu veranstalten.

Flugs bürstet er dem geklickten Vogel von bürzelwärts eins mit der Kettensäge über und nimmt nach dessen instantanem Hinwelken den freigewordenen Sitzast ein.

Lediglich andere Besuchte Internetfinken scheinen verschont zu bleiben, aber dies ist nur eine Vermutung. Möglicherweise sind diese Vögelchen einfach nur zu klein, als dass man ihre Leichen nach dem Gemetzel noch wiederfinden könnte. Denn immerhin sind Besuchte Internetfinken selbst nicht ganz so breit wie die Schnittbreite ihrer bevorzugten Kettensägensorte.

Vollkommen unerklärlich bleibt, wozu den Besuchten Internetfinken die extreme Aggression dient, denn sie ernähren sich keinesfalls von Kadavern anderer Vögel, obschon diese ihnen in schierem Überfluss zur Verfügung stehen. Besuchte Internetfinken sind strenge Vegetarier und picken lieber kleine Sämereien, die sie abseits ihrer Schlachtfelder suchen.

Der moderne, mobildevice-twitchende Ornithologe hat das rapide Artensterben bis heute nicht verstanden und beweint sein hartes, ungerechtes Schicksal, am Tablet oder Smartphone nur noch das typische Besuchter-Internetfink-Lila zu sehen.
Herkömmliche Ornithologen, welche noch mit Bleistift und Papierbüchlein unterwegs sind, können das Phänomen nicht nachvollziehen – sie haben bisher weder einen Besuchten Internetfinken beobachtet, noch ein epidemisches Dahinsterben der Avifauna ausmachen können.
Möglicherweise gibt es diesen Vogel also lediglich in einer Digitalversion.

20190517 1733; zum Hören: https://www.freie-radios.net/95430

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